Was tun andere?
Was tun eigentlich die anderen gegen die Klimaerwärmung? Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte unter anderem im Interview mit der Klimafibel, dass er einen Hybrid- Testwagen als Dienstfahrzeug fährt. „das ganze Interview hier...“
In den USA bewegt sich was
Auch US-Präsident Barack Obama hat schon viel in Bewegung gesetzt. So hat er CO2-Grenzwerte für neue Autos durchgesetzt und kämpft für die Einführung erneuerbarer Energien. Leider hat er Schwierigkeiten, das Parlament für alle seine Ideen zu gewinnen. Dennoch ist Obama wichtig, weil er das Bewusstsein der Amerikaner verändert.
Bisher haben die USA alle Versuche, ein weltweites Engagement für Klimaschutz zu erreichen, blockiert. Mit dem neuen Präsidenten verändert sich das gerade. Bei dem Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel im Juni 2009 sagte Obama, dass sich die USA beim Klimaschutz noch mehr als bisher bewegen müssten. Er sei der erste zuzugestehen, „dass wir in den vergangenen Jahren nicht dort waren, wo wir hätten sein sollen“ (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 27./28. Juni 2009)
Kyoto-Protokoll
Bestimmt hast du schon mal etwas vom Kyoto-Protokoll in den Nachrichten gehört. Denn es hat acht Jahre gedauert (1997-2005), bis es in Kraft getreten ist. Doch die meisten wissen nicht, was in dem 20 Seiten langen Protokoll drinsteht.
Im Kyoto-Protokoll verpflichten sich die Industriestaaten dazu, ihren gesamten Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um 5% gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Das bedeutet aber nicht, dass alle Staaten gleichmäßig 5% weniger Gase produzieren sollen. Es gibt sogar Länder, die dürfen sogar noch mehr CO2 produzieren, als sie es 1990 taten.
Die Europäische Union hat sich dabei verpflichtet, das Einsparziel auf 8% gegenüber dem Wert von 1990 zu setzen. Deutschland verursachte 1990 den Ausstoß von Insgesamt 1.251.723 Millionen Tonnen Treibhausgasen, das meiste davon CO2. Im Jahr 2002 waren es nur noch 991.421 Millionen Tonnen.
Damit ist Deutschland schon ein gutes Stück auf dem Weg zum Klimaziel vorangekommen. Aber leider machen nicht alle Länder die gleichen Fortschritte.
Ideen aus der Industrie
Verschiedene Hersteller entwickeln schon umweltfreundliche Autos die einen geringeren Verbrauch haben, es gibt Bio-Kraftstoffe aus Raps und Hybridfahrzeuge. Einige Firmen forschen auch nach alternativen Antrieben zum herkömmlichen Verbrennungsmotor. So unterstützt Japan zum Beispiel die Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen Autos mit viel Geld. Natürlich sind alle diese Techniken bisher noch nicht ausgereift, ihr ökologischer Nutzen ist teilweise umstritten oder sie verbrauchen noch viel zu viel Energie, um überhaupt umgesetzt werden zu können. Aber ich finde es gut, dass die Firmen sich überhaupt Gedanken darüber machen, wie ein klimaverträgliches Auto der Zukunft aussehen könnte.
Früher galt, dass Solarzellen bei der Herstellung mehr Energie verbrauchen als sie in ihrer ganzen Lebensdauer an fossiler Energie einsparen. Sie haben sich aber so weiterentwickelt, dass das nicht mehr so ist. Nobelpreisträger Alan J. Heeger, ein Chemiker und Physiker aus den USA, arbeitet an einer Solarzelle, die man drucken und sich dann z.B. an die Jacke kleben kann. Dann könnte man unterwegs sein Handy aufladen.
Das erste Deutsche Wasserkraftwerk an der Nordseeküste soll 2010/2011 in Betrieb gesetzt werden. Nach Schätzungen bieten die auf die europäischen Küsten treffenden Wellen eine Leistungsfähigkeit von 300 Gigawatt. Würde man nur 10 % der im Wasser vorhandenen Energie nutzen, könnten rund zehn Millionen Haushalte europaweit mit Strom versorgt werden.
Auch unsere Wohnungen verändern sich. Es gelten immer strengere Energievorschriften für Neubauten, und in manchen Orten findet man sogar vollkommen energieautarke Häuser. Das bedeutet, dass es keinen Strom von Anbietern braucht, weil es ihn selbst produziert. Auch die Versorgung mit Wärme wird mittels Sonnenenergie oder zum Beispiel Erdwärme sich gestellt. So ein Haus kann sich also selber versorgen. Am Persischen Golf soll sogar eine ganze Stadt gebaut werden, die so wenig Energie wie möglich verbraucht und alle Energie auch selbst mit Hilfe der Sonne erzeugt. 2016 soll die Stadt gebaut werden, in der es auch keine Autos mehr geben wird.
Es gibt Projekte für Schulen, die helfen, den Energieverbrauch zu senken. Auch meine Schule, die Montessorischule Olching nimmt an so einem Projekt teil.
Klima in den Medien
Al Gore hat mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ ganz sicher viel dazu beigetragen, dass das Thema „Klimawandel“ in Zeitungen, dem Fernsehen und auch im Internet inzwischen einen breiten Raum einnimmt.
Johannes B. Kerner hat in einem Special Programm am 12.03.2009 bei ZDF auf die Klimaerwärmung aufmerksam gemacht. Gäste wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel oder der Oberbürgermeister von Tübingen, der den Ausstoß von CO2 in der Stadt um 70% senken will, waren in der Show. Außerdem wurden nach zehn Minuten die Studiolichter ausgeschaltet und stattdessen Neonlichter hergenommen. Kerner wollte damit zeigen, wie viel Energie eine einfache Fernsehsendung verbraucht, und dass jeder dazu beitragen kann, den Verbrauch zu reduzieren.
Ich finde das, dass Thema viel zu wenig in der Presse vorkommt. Es ist zwar gut, dass es überhaupt schon vorkommt, aber immerhin geht es ja um das Bestehen der heutigen Welt.
Es könnte noch viel mehr sein. Die Ideen und der Idealismus von uns allen sind gefragt.
Fibel